Benefizkonzert in der Kirche Wüstermarke

Seit ich mal über ein Konzert von SHAWUE berichtet habe, bekomme ich vom Bandleader Lutz Neumann in gewissen Abständen immer wieder einen Newsletter per E-Mail zugeschickt. Darin stehen immer alle Neuigkeiten über die Band und ich erfahre, wann und wo die Band das nächste Konzert gibt. Aus einem der letzten Newsletter erfuhr ich, dass SHAWUE in diesem Jahr dreißig Jahre besteht, und dass dieses Jubiläum am 25. August mit einem Konzert auf der Waldbühne Gehren gefeiert wird.a 20170612 1682965775 Ebenfalls seit 30 Jahren wohnen Lutz Neumann (Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Mandoline und Ukulele) und seine Frau Heike (Geige, Gesang, Keyboard) im Ortsteil Wüstermarke der Gemeinde Heideblick. Dieser kleine Ort liegt an der B 86 unweit der Stadt Luckau. Noch nie in den vergangenen 30 Jahren hat SHAWUE ein Konzert in Wüstermarke gegeben, was nicht bedeutet, dass dort niemand jemals SHAWUE gehört hat. Ab und an passiert es schon, dass das Dorf beschallt wird, wenn SHAWUE bei den Neumanns probt. Bisher gab es deshalb wohl noch nie Probleme und Beschwerden und für diese Geduld wollte sich Lutz Neumann mit seinen Mitstreitern mit einem Konzert im Ort bedanken - dem ersten SHAWUE-Konzert in Wüstermarke.

Die erforderliche Örtlichkeit ward schnell in der kleinen Dorfkirche gefunden. Von Seiten des Gemeindekirchenrates und des Pfarrers gab es da keine Einwände und somit kam es am letzten Samstag zum ersten Rockkonzert in der Geschichte der alten Feldsteinkirche auf dem Dorfanger von Wüstermarke. Eine doppelte Premiere also. Der Konzertbeginn war für 19:30 Uhr angekündigt, und pünktlich wie die Maurer legte die Musik-Brigade SHAWUE los. Die Band hatte ihr Equipment vor dem Altar aufgebaut. Neben der Kanzel hing rechts und links je ein Banner mit der Aufschrift "30 Jahre SHAWUE", und dahinter befand sich der noch sehr frisch und grün wirkende Birkenschmuck, den man sicherlich zu Pfingsten hier aufgestellt hatte. Das alles bildete eine schöne Kulisse für das Konzert. Die örtliche Feuerwehr hatte auf dem Dorfanger ein Zelt und mehrere Biertische aufgebaut und vor, während und nach dem Konzert konnte man ein Bier trinken oder eine Bratwurst essen.

b 20170612 1855493189Zahlreiche Leute strömten an diesen Abend in die Kirche, von ganz jung bis nicht mehr so jung war altersmäßig alles vertreten. Neben den Kirchenbänken standen noch zusätzliche Stühle, so dass möglichst viele Leute Platz fanden. Mit dem Titel "Nacht" eröffnete SHAWUE das Konzert und dabei passierte etwas, das eben nur in einer Kirche geht: Heike Neumann spielte ihren Part auf der Kirchenorgel. Lutz Neumann begrüßte anschließend alle Gäste herzlich und sagte kurz etwas zum Anliegen dieses Konzertes. Auch der Gemeindepfarrer Frank Gehrmann sagte noch einige Worte, dann erlebten wir bis nach 22:00 Uhr ein tolles Konzert der Band, bei dem Titel wie "Sommer '69", "Bunte Sterne", "Denk nicht nach" oder "Scheißkerl" zum Vortrag gebracht wurden. Dabei wurde ausschließlich deutsch gesungen. Zwischendurch gab es eine Pause um sich mit Wurst und Getränken zu stärken. Die Band spielte auch die zweite Konzerthälfte begleitet von sehr viel Beifall des Publikums. Am Ende standen dann alle Leute von ihren Bänken und Stühlen auf und natürlich geht so ein Konzert nicht ohne Zugaben zu Ende.

Nach dem letzten Titel ergriff Pfarrer Gehrmann nochmal das Wort. Er brachte auch seine Begeisterung über die Band und das gerade Erlebte zum Ausdruck, überreichte jedem Musiker eine Rose und lud alle zu einem kurzen Gebet ein. Somit traten alle in der Kirche den Heimweg gesegnet an. Vorher spielte SHAWUE aber noch einen Titel, bevor die Leute dann endgültig nach Hause gingen. Die Musiker hatten an diesem Abend ohne Gage gespielt und somit kostete es keinen Eintritt, ihrem Vortrag in der Dorfkirche zu lauschen.c 20170612 2078521387 Statt Eintritt wurde aber eine Kollekte gestartet, deren Erlös für die weiteren Instandhaltungsarbeiten an der Kirche verwendet werden. Somit leistete das Quartett nicht nur kulturell einen großen Beitrag für den Heimatort, sondern auch einen unterstützenden für die dortige Kirche. Auch ich trat am Ende den Heimweg an mit dem festen Vorhaben, das 30. Jubiläum mit der Band gemeinsam feiern zu wollen. Den Termin am 25. August habe ich jedenfalls schon im Kalender notiert.


 

 

http://www.deutsche-mugge.de/index.php/live-berichte/6346-shawue-in-heideblick-wuestermarke-am-10-juni-2017.html

Shawues "Volkslied" sorgt für Aufregung

erschienen in der "Lausitzer Rundschau" am 12.03.2016

Konzertbericht "Sächsische Zeitung" v. 27.12.2015

Bericht über das Shawue Konzert vom 25.12.2015 im "Gasthof Medingen"

MAZ Bericht-Shawue Konzert "Rock uf de Weide" Festival

MAZ Pressebericht über Shawue Konzert beim "Rock uf de Weide" Festival

am 22.08.2015  in Schmachtenhagen

Konzertbericht

Shawue Konzert am 07.08. 2015 auf dem Marktplatz in Golßen

Konzertbericht von Reinhard Baer

Der letzte Freitag war bis jetzt der heißeste Tag dieses Jahres. Die Thermometer stiegen in den Bereich oberhalb von 35 Grad - mancherorts auch über 40 Grad - und alles stöhnte unter der Hitze. Am Abend wollte ich noch zu einer Mugge fahren und ich hoffte vergeblich, dass es sich bis dahin etwas abkühlt. Jetzt ist ja wieder die Zeit der Stadt- bzw. Dorffeste, wo an den Wochenanden allerhand los ist. Auch das Städtchen Golßen im Landkreis Dahme-Spreewald rechnete für den 8. Und 9. August mit vielen Besuchern.

Was woanders Stadtfest heißt, nennt man hier "Gurkentag". Golßen liegt in der Spreewaldregion und hier werden die Gurken, welche überall auf den Feldern ringsherum wachsen und von den fleißigen Erntehelfern auf den sogenannten Gurkenfliegern geerntet werden, verarbeitet. Die Spreewaldgurke genießt ja auch über die Grenzen der Region hinaus einen guten Ruf. Da die Bühne auf dem Marktplatz bereits einen Tag vor dem eigentlichen Fest aufgebaut wurde, hatten drei Gewerbetreibende aus der Region die Idee, diese bereits am Freitagabend zu nutzen. Sie öffneten die Brieftaschen und spendierten ein außerplanmäßiges Konzert mit der Band SHAWUE. Eine lobenswerte Initiative von Schneiders Restaurant, der Cocktailbar und der Fleischerei Neumann, zumal diese auch noch dafür Sorge trugen, dass am nächsten Tag der Marktplatz wieder in einem ordentlichen Zustand war.

Als ich gegen 19:30 Uhr auf dem Marktplatz ankam, waren die Musiker von SHAWUE gerade mit dem Soundcheck beschäftigt. Das Quintett war dabei sommerlich und den Temperaturen entsprechend bekleidet, und ehrlich gesagt: es hätte mich bei der Hitze auch nicht gestört, hätten sie ihr Konzert in kurzen Hosen oder Badekleidung gespielt. Bis zum Konzertbeginn blieb noch etwas Zeit und ich konnte mir die Gegend etwas genauer anschauen. Dabei fielen mir zwei Turmfalken auf, die auf der Wetterfahne des Rathausturmes Platz nahmen, als ob sie auch auf den Konzertbeginn warteten.

Um kurz nach 20:30 Uhr kamen die Musiker von SHAWUE - dann doch in normalem Outfit - auf die Bühne und legten los. "Leinen los" hieß dann auch ihr erster Titel. Es ist der Titelsong des gleichnamigen Albums aus dem Jahr 2011 von LUTZ DE SHAWUE, der stilistisch etwas an Achim Reichels "Aloha Heja He" erinnert. LUTZ DE SHAWUE ist das Soloprojekt von Lutz Neumann, dem Gründer, Sänger, Gitarristen, Mandoline-, Ukulele-, und Mundharmonikaspieler der Band SHAWUE. Ihm zur Seite stehen seine Frau Heike Neumann an der Geige, Burkhard Mette am Bass, Lukas Hilbrich am Schlagzeug und Friedrich Gierach an der Gitarre. Die vier letztgenannten Musiker erledigen auch den Backgroundgesang. Um die Musik von SHAWUE zu beschreiben, greife ich einfach auf die Definition zurück, die die Band selbst dafür hat. Sie bezeichnen ihre Musik als Message Folk oder Folkrock mit deutschen Texten. Inzwischen hat SHAWUE 11 Alben veröffentlicht und darunter ist auch eins, auf dem LUTZ DE SHAWUE Songs von Bob Dylan singt. Mit "My Back Pages", "Seven Days", "Jokerman" oder "Like A Rolling Stone" - natürlich alle mit deutschen Texten - standen daraus vier Lieder auf der Setlist und wurden an diesem Abend auch gespielt.

Als das Konzert begann, war es noch relativ hell. Mit einsetzender Dunkelheit kam dann auch das Bühnenlicht gut zur Geltung. Leider klaffte bei diesem Konzert zwischen Bühne und Publikum anfangs eine größere Distanz. Auf der einen Seite war sicher die drückende Wärme mit dafür verantwortlich. Aber wenn zudem die Biertischgarnituren am anderen Ende des Marktes aufgebaut werden und der Weg zu den mobilen Theken dementsprechend weit ist, ist das auch irgendwie verständlich. Lieber gut gesessen, als unbequem und durstig in der Wärme gestanden. Dieser Umstand war für die Band, die bei dem Wetter eine richtig tolle Show ablieferten, etwas schade. SHAWUE spielte immerhin - die Pausen inbegriffen - von 20:30 Uhr bis nach Mitternacht, also fast vier Stunden. Einen solchen Zeitraum mit überwiegend eigenen Musiktiteln zu gestalten, will schon etwas heißen. Da die Band bereits seit 1987 besteht und in dieser Zeit genügend Material entstanden ist, kann man aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen und machte davon am Freitagabend auch regen Gebrauch. Irgendwann später kamen dann doch auch Leute nach vorne und begannen zu tanzen, so dass der Platz vor der Bühne nicht mehr ganz so leer war.

Seit dem vorigen Jahr spielt Friedrich Gierach bei SHAWUE die Gitarre. Er kam für Ronny Jank in die Band, welcher aus privaten Gründen ausstieg, jedoch nicht eher ging, bevor er seinen Nachfolger eingearbeitet hatte. Ich finde, Friedrich ersetzt seinen Vorgänger hervorragend. Auch Schlagzeuger Lukas Hilbrich kam 2014 erst in die Band und er beherrscht seinen Job ausgezeichnet. Sowas wie ein Markenzeichen der Band ist das Mandolinenspiel von Lutz Neumann. Bei einem Titel zeigte er sogar, dass man die Mandoline mit einem Bottleneck spielen kann.

Die Band machte drei Pausen an diesem Abend. In einer Pause stellte Lutz drei junge Musiker vor, die jetzt einmal ihr Können zeigen wollten. Den Platz am Schlagzeug nahm Sandra Koßatz ein. Seine eigene Gitarre stöpselte Nick Krüger an den Verstärker, und das tat auch Chris Schneider mit seinem Bass. Die Rhythmusgitarre spielte Lutz selbst. Die drei bzw. vier Musiker spielten ein Instrumentalstück von THE SHADOWS aus dem Jahr 1960, das "Apache" heißt. THE SHADOWS war eine Band aus Großbritannien, die ihre Erfolge in der Vor-Beatles-Ära feierte und hauptsächlich Instrumentalstücke spielte. Typisch für Ihren Sound war die Leadgitarre von Hank Marvin. Die jungen Musiker machten bei ihrer Version von "Apache" einen guten Job!

SHAWUE hatte auch ein Stück von JIMMI HENDRIX auf der Setlist, das im Original "The Wind Cries Mary" heißt. In der Version von SHAWUE und mit deutschem Text heißt es aber "Der Wind weint". An das Woodstock-Festival von 1969 erinnerte der Titel "Sommer '69", der im Original "Summer of '69" heißt und von BRIAN ADAMS stammt. Mit "Mein Vater war kein Millionär" wurde ein etwas älterer Titel gespielt, und mit "Schwarz und weiss" ein relativ neuer. Leider habe ich den Text nicht richtig verstehen können. Lutz erzählte etwas später, dass die Geigerin der Band für ihren Mann mal einen Titel geschrieben hat. Da die Geigerin - wie erwähnt - ja seine Frau ist und der Song demnach also für ihn geschrieben wurde, kniete er sich vor sie und Heike Neumann begann auf ihrer Geige zu spielen. Der Titel heißt übrigens "Scheißkerl" und worum es darin geht, müsst Ihr bei einem der nächsten SHAWUE-Konzerte schon selbst herausfinden.

Irgendwann gegen 23:45 Uhr wurde der letzte Musikblock angesagt, und die Musiker gaben auf den letzten Metern noch einmal alles. Vor der Bühne wurde vereinzelt getanzt, und die hinteren Biertischreihen hatten sich schon merklich gelichtet. Als einen der letzten Titel spielte die Band mit "Sie tanzt auf ihren Rädern" einen weiteren eigenen Titel. Im Text geht es um ein Mädchen im Rollstuhl, welches so gerne wie alle anderen tanzen würde. Mit den Beinen geht es nicht, also tut sie es mit dem Rollstuhl. Musikalisch und inhaltlich ein Titel, der berührt. Im Anschluss gab es den allerletzten Titel für den Tag und die Band konnte anschließend den wohlverdienten Feierabend einläuten. Zwei durch übermäßigen Biergenuss und die Wärme ziemlich angeheiterte Jungs wollten ihnen diesen aber nicht gönnen und stattdessen noch "Amsterdam" (Einen Schlager von der Gruppe CORA, Anm. d. Red.) hören. Das sollte aber nicht sein, denn erstens war nun Schluss und zweitens hätte das Lied da auch gar nicht hingepasst.

Es war inzwischen schon fast 0:30 Uhr. Man stelle sich das in Berlin vor. Da wäre die Polizei wegen der Geräuschkulisse sicher schon viel früher gekommen und hätte den Stecker gezogen. Hier lief aber alles sehr harmonisch ab und man traf nur auf entspannte und freundliche Leute. Ich habe mich dann auch auf den Heimweg begeben. Sonntag zum eigentlichen "Gurkentag" war ich wieder in Golßen. Da war es nicht mehr ganz so warm wie am Freitag, allerdings gab es auch nicht so coole Musik wie ein paar Stunden zuvor.

Mehr Foto’s auf „Deutsche Mugge“: http://www.deutsche-mugge.de/live-berichte/5225-shawue-in-golssen.html

 

 

 

 

 

Konzertbericht

v.l.: Lukas, Heike, Lutz, Burkhard

Shawue Konzert am 25.07.2015 im „Kesselhaus-Lager“ in Singwitz

Konzertbericht von Gundolf Zimmermann

Shawue spielte am 25. Juli wiedermal im KesselhausLager zu Singwitz. Das Gastspiel der Message Folk-Rocker um Bandmotor und Kapitän Lutz „ de Shawue“ Neumann in dieser Halle gehört ja auch schon zur Tradition der Band und des Veranstaltungshauses. So aller 2 Jahre werden hier dann für einen Abend alle Hebel auf den Folkrock der Luckauer Band gestellt. Immer geht dabei vor und auf der Bühne die Post so richtig ab. Publikum und Musiker feiern für einige Stunden gemeinsam eine Party.

An diesem Juli-Sonnabend des Jahres 2015 hatte ich während der Wartezeit den Eindruck, dass sich stetig immer mehr Spannung aufbaute. Es knisterte förmlich in der Hütte.
Es glich daher einer Erlösung als SHAWUE endlich die Bühne enterte. Die Band hielt sich auch gar nicht erst mit einer langen Vorrede auf. Zur Einstimmung gab es "Macht die Leinen los“. Die ganze Spannung entlud sich sofort in Musik und Bewegung. Es folgte mit „Kinder der Angst“ ein eher selten gespieltes Stück aus der langen Bandgeschichte. Das liebe ich an der Kapelle auch, dass sie eben nicht bei jeder Mugge immer haargenau dieselben Songs spielen. Jedes Konzert ist anders, es werden bei jedem Auftritt einzelne Titel ausgetauscht und auch die Reihenfolge der Lieder gestaltet sich variabel. Das ist sicher für Band und Stammgäste gleichermaßen eine Wohltat. Nichts ist ja schlimmer, als jede Mugge nach Schema F abzuspulen.

SHAWUE ist eine Band, die live unheimlich abgeht. Das Programm enthält viele mitreißende Rocknummern und auch ein paar balladeske Lieder zum Verschnaufen. Diesmal hatte es mir besonders die Ballade „Teresa“ angetan. Das ist so ein toller Song von einer Zufallsbegegnung im Nachbarland und der Text ist ausgesprochen feinfühlig. Man kann also auch aus Alltagsthemen wirklich großartige Texte basteln. Das Lied stammt übrigens aus den Anfangstagen der Band 1987/1988. Bei „Bunte Sterne“ kann man während des Konzertes noch mal Luft holen. Ich denke, diesen Titel kann man als Liebeslied verstehen. SHAWUE gaukelt uns keine heile Welt vor, sondern singt über die kleinen und großen Probleme dieser Welt und ihrer Menschen.
Neben den typischen Rockinstrumentarium E-Gitarre, Bassgitarre und Schlagzeug sorgen auch immer wieder mal akustische Gitarre, Violine und Mandoline für ein echtes Folkfeeling. Wobei die Eingrenzung auf Folkrock eher irreführendes SCHUBLADEN-Denken ist, denn die Musik des Neumann-Orchesters aus Luckau hat viel mehr zu bieten. Das dritte Wahl-Cover „Zeit bleib stehen“ wird von SHAWUE aber tatsächlich total ge-folk-rock-t. Da nimmt die Band ganz schön etwas von dem punkigen Drive der Rostocker Combo aus dem Lied. Aber gerade das ist ja auch so wunderbar, dass in der Shawue’schen Bearbeitung fast ein neuer Song entsteht und der ist der Hammer. Alleine die singende Geige kitzelt das Gehör schon zu einem sinnlichen Höhepunkt. Übrigens gibt es unter den Shawue- Instrumentalisten einen ganz großen 3.Wahl-Fan.

Frontmann Lutz Neumann ist auf der Mandoline ein wahrer Virtuose. Lutz ist der Dreh- und Angelpunkt von Shawue. Er bezeichnete in den Ansagen dieses Konzertes seine Kapelle als alte Fregatte. Da ist es doch auch mehr als angemessen ihn als Kapitän zu bezeichnen. Seit mehr als 25 Jahren segelt die Shawue-Fregatte über die Meere. Dabei ging auch mancher Musiker über Bord oder heuerte ab. Das Schiff segelte aber immer weiter auf den Meeren guter Livemusik. Die bekanntesten und sichersten Häfen für uns Musikfans waren und sind die alten Dorfsäle und Konzerthallen sowie diverse Festival. Die Fregatte Shawue hat sie alle angefahren, die kultigen und beliebten Veranstaltungsorte. Zuverlässig wie ein Postboot segelte die Fregatte von Lüttewitz bis Freileben, von Medingen bis Reichwalde oder vom Festival in Oettersdorf bis zum Schützenhaus in Altdöbern. Shawue sorgte überall für totale Begeisterung bei den Fans. Dieses Jahr spielte das Ensemble erstmals 2 Gigs auf dem legendären Tanz- & Folkfest in Rudolstadt, welches das größte Festival dieser Art in unserem Land ist.

Wenn SHAWUE auf der Bühne rockt, dauert es naturgemäß nie lange bis sich auch im Saal Stimmung breit macht. Die Energie von Musik und Band überträgt sich so auf das Publikum. Der Message Folk mit den deutschen Texten ist eben nicht nur für den Kopf, und die Seele, sondern auch für die Beine.Die derzeitige Crew der Fregatte mit Lutz Neumann(Gesang, Mandoline, Gitarre, Mundharmonika, Ukelele), Burkhard Mette(Bass, Gesang),. Lukas Hilbrich (Schlagzeug, Gesang), Friedrich Gierach(Gitarre, Gesang) und Heike Neumann (Violine, Gesang) passt ganz hervorragend zusammen. Es wäre der Band zu wünschen, dass diese Besetzung langfristig Bestand hat.

Diesmal war der Basser Burkhard Mette aber etwas in seinem Bewegungsdrang gebremst, denn er hatte Rücken, wie Horst Schlämmer sagen würde. Aber die SHAWUE-Musik scheint auch eine therapeutische Seite zu haben, denn der Herr Mette konnte sich im Verlauf der Mugge dann doch etwas besser bewegen. Als heitere Dauerbrenner sorgten an diesem Abend ein Trommler – Bassisten-Witz und der immer wiederkehrende Ruf „Burkhard Bass-Solo!“ aus dem Publikum.
Warm uns Herz wurde mir als Lutz Neumann an den bereits im Jahr 2003 leider verstorbenen Musiker Christian "James" Müller erinnerte und sich im Publikum da spontan auch Beifall regte. Der Puppenspieler und Gitarrist James ist (nicht nur) in Bautzen und Umgebung eine Legende. Schön, dass der Mann bei Fans und Musikern nicht in Vergessenheit gerät. Nach seiner Zeit bei der Bautzener Honky Tonky Band wirkte James ja auch viele Jahre bei Shawue mit. Was sag ich denn da? James wirkte nicht nur mit, sondern er prägte beide Bands wesentlich mit durch sein famoses Gitarrenspiel und auch durch seine Kompositionen. Vielen Dank, lieber Lutz, dass Du Christian "James" Müller bei jedem Auftritt in Bautzen bzw. Singwitz mit ein paar Worten würdigst. Ich weiß, dass diese Verbeugung vor James aus deinem tiefsten Herzen kommt.
Der Frontmann hatte in der Setlist wieder einige lange nicht gespielte Perlen wie „Ich bin Nie“, „Märchen“ und „Die Männer von Abi Kaliba“ versteckt. Es war mir ein Fest diese Lieder mal wieder live zu hören.
Natürlich gab es zum Ende des regulären Konzertes und im Zugabenteil dann die ganz bekannten Shawue-Songs wie „Sie tanzt auf ihren Rädern“, „Ich komm heim“, Scheißkerl“ und „Dann schrei“. Das von James komponierte „Nach Haus“ setzte dann den musikalischen Schlusspunkt unter ein wiederum tolles Konzert mit der alten, aber voll intakten Fregatte Shawue, der ich auch weiterhin allzeit gute Fahrt wünsche. Gruß Kundi

Mehr Foto’s auf "Mission Bühnenrand": http://www.mission-buehnenrand.de/t1714f31-SHAWUE-KesselhausLager-Singwitz.html

 

Konzertbericht 09.05.2015. "Waldbühne" Gehren

Konzertbericht v. Gundolf Zimmermann

Manchmal ist meine Inkonsequenz himmelschreiend, wenn es um die Muggenpilgerei geht. Die Mär vom Kürzertreten nimmt mir schon lange niemand mehr ab. Aber was soll man denn auch tun, wenn zwei Bands, die man unheimlich schätzt an einem Abend auf einer Bühne spielen? Eigentlich wollte ich vor meinem Live-Jahreshighlight, dem AC/DC-Konzert in Dresden am 10.05.15, etwas pausieren. Aber dann fand ich mich doch wieder in meinem koreanischen Fahrwunder und auf der Bundesautobahn wieder. Der Wunsch nach TRANSIT und SHAWUE war stärker als der Ausruhgedanke.
Bestimmt habe ich vor mich hin gelächelt als mir während der Fahrt die zwei Zitate des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900) einfielen: "Das einzig Konsequente an mir ist meine ewige Inkonsequenz." Das passte schon irgendwie zu mir und irgendwie hat der Mann auch da Recht: "Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, ob sie wiederkommen." Keiner kann ja wissen, ob es die Konstellation TRANSIT und SHAWUE in einer Mugge jemals wieder geben wird.
Ich schlürfte nebenbei einen heißen Kaffee und schwamm im fahrenden Strom der Blechkarossen auf der A 13 ganz einfach und relaxt mit. Ich hielt steil Kurs auf das Brandenburger Land und zwar Richtung Luckau. Scheiß drauf, irgendwie werde ich die beiden Tage schon durchhalten, dachte ich und im Nachhinein bewahrheitete sich das auch.
Da machte mir der Blick Richtung Himmel deutlich mehr Sorgen. Vor meinen Augen wurde es deutlich grauer und dunkler. Wie es aussah, fuhr ich geradewegs in eine Gewitterfront und die hatte sich gewaschen. Genau als von der Autobahn auf enge Brandenburger Landstraßen und Alleen wechselte, prasselte es regennass aus vollen Kannen hernieder. Alter Falter, ist das der Weltuntergang?? Kurzzeitig überlegte ich, ob ich die Reiseunternehmung abbrechen sollte. Aber der einsame Kapitän hielt mit seinem Kia-Motorboot dann doch Kurs Richtung Gemeinde Heideblick zu welcher auch der Ortsteil Gehren zählt.
Als ich Gehren endlich erreichte, war das Unwetter vorbei. Doch jetzt war erst mal die Suche nach der Waldbühne angesagt, denn die im Internet angegebene Adresse führte zu einer Gaststätte mitten im Ort. Irgendwann fuhr ich in Richtung Ortsausgang und dort entdeckte ich ein Hinweisschild zur legendären Bühne. An der nächsten Weggabelung hieß es dann fifty-fifty, denn ein Hinweisschild fehlte hier und natürlich wählte ich zunächst die falsche Richtung. Aber nachdem ich dann einen kleinen Waldweg mit weiteren Wegweisern fand, erreichte ich endlich mein Ziel und parkte ganz unkompliziert gleich vorm Eingang. Die Waldbühne ist wirklich ein verstecktes Schmuckstück für schätzungsweise 500 oder 600 Zuschauer.
Die Bühnenrandmissionare Sybille und Holger waren die ersten bekannten Gesichter, die ich entdeckte. Natürlich tauschten wir zunächst die aktuellen Neuigkeiten von den Bühnenrändern dieser Republik aus. Auch ein versprengtes Häuflein vom Transit-Fanclub war anwesend. Ich habe ja ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Fanclubs. Ich trenne Bands und ihre FC ganz bewusst für mich, denn das sind einfach zwei verschiedene Schuhe. Ich verschließe mich einer Zusammenarbeit zwar nicht, aber ich halte doch eine gesunde Distanz. Fanclubs sind sicher Ansichtssache. Ich habe für mein Hobby nie solche Fanclubs gebraucht und alle, die ich kenne, sind auch Jahre bis Jahrzehnte nach meinen ersten Konzerten mit den Bands entstanden. Dass ich heute mal ein paar Sätze dazu verliere, hat einen ganz bestimmten Grund.
Mir ist schon klar, dass ich damit einigen Leuten auf die Zehen trete und mir deren Unmut zuziehe. Aber so eine Kritik nehme ich mir einfach mal heraus und das muss einem langjährigen Musikfan auch erlaubt sein. Ich fand es nämlich ungehörig und respektlos, dass das Häuflein anwesender Fans bzw. Mitglieder des TRANSIT-Fanclub die Gastgeberband SHAWUE mit Missachtung straften und sich nach dem Gig ihrer Band gleich wieder verkrümelten. Noch dazu wo es dieses Konzert ohne SHAWUE sicher nicht gegeben hätte. Die Waldbühne Gehren ist nämlich so etwas wie das offene Wohnzimmer der Band um Lutz Neumann. Wesentlich offener als ihre Fanclub-Leute waren da einige Bandmitglieder von Transit, die sich wenigstens ein paar Songs der nachfolgenden Band anhörten und das durchaus auch interessiert. Sicher würde ich nicht so hart urteilen, wenn das Konzert vor 500 oder 600 Leuten über die Bühne gegangen wäre. Aber leider war dem nicht so. Gerade deswegen wäre es sympathischer gewesen, wenn das Häuflein auch noch geblieben wäre. Der Gewitterguß hatte sicher auch noch viele abgeschreckt.
Wie aus meinem Bericht unschwer zu erkennen ist, begann an diesem Abend auf der SHAWUE-Hausbühne TRANSIT mit der Mugge. ….
…. SHAWUE kam auf die Bühne und wie wir es von der Band gewöhnt sind, entfachten die Musiker wieder ein herrliches Message Folk(-Rock)-Feuerwerk. Die Spiellaune der Kapelle ist ja schon legendär. Es dauerte auch gar nicht lange, da wurde der Platz vor der Bühne zur Tanzfläche und die Leute sangen auch bald ordentlich mit. Das beschränkte sich übrigens nicht nur auf die Silberrücken-Generation. Auch die jüngere Generation war tanzversessen und vor allem beim Gesang auch textsicher.
Der Frontmann machte den Feierwütigen übrigens das Angebot, wenn es wieder regnen sollte, die Bühne zu entern. Es wäre an diesem Ort nicht das erste Mal, dass SHAWUE auf der Bühne direkt von Fans umgeben wäre.
Natürlich ging es auf der Bühne auch optisch rund, denn bis auf den Schlagzeuger Lucas Hilbrich(auch Backroundgesang) hielt es die Musiker kaum auf ihren angestammten Plätzen. Vor, zurück, links rechts – die gesamte Bühne diente Lutz Neumann (Gesang, Gitarren, Mandolinen, Mundharmonika, Ukulele), Heike Neumann(Violine, Gesang), Burkhard Mette (Bassgitarre, Gesang) Friedrich Gierach (Gitarren, Gesang) als Podium. Nur bei den Gesangsparts waren sie an die Standmikrofone gebunden.
SHAWUE präsentierte uns einen absolut rockigen, tanzbaren und abwechslungsreichen musikalischen Blumenstrauß. Elemente aus Rock, Blues, amerikanischen (Folk-)Rock und sogar etwas Punk wurden zum unverkennbaren und unverwechselbaren SHAWUE-Sound zusammengebunden. SHAWUE steht nicht umsonst für modernen, zeitlosen und geistreichen Folkrock. Man kann bei der Musik richtig gut Party machen, aber im stillen Kämmerlein auch mal in Ruhe über die Texte nachdenken. Die Truppe um Kapellmeister Lutz gab wirklich wieder alles und hatte das Programm dramaturgisch auch sehr gut aufgebaut.
Die beliebtesten und bekanntesten Songs der Band SHAWUE wie "Scheißkerl", "Sie hatte diese Welt nicht gern", "Dann schrei", "Ich komm heim" und "Sie tanzt auf ihren Rädern" folgten demzufolge auch erst ziemlich am Ende des Abends. Doch auch über „Der Wind weint um Mary“ (das eingedeutschte Hendrix-Cover) und „Wie ein Stein“ (die deutsche Version des Dylan-Klassikers gab es im Zugabenteil)) durften wir uns freuen.
Neueren Datums war das Lied „Schwarz und Weiß“, was Lutz dazu verleitete von einer neuen CD zu sprechen. Sein Bassist Burkhard bezeichnete diese künftige Scheibe schon jetzt scherzhaft als Neumanns Renten-CD.
Kurz vor Ende der Mugge bat Lutz Neumann alle Anwesenden für ein gemeinsames Erinnerungsfoto auf die Bühne. Inzwischen hatte übrigens auch der regen wieder eingesetzt. Mitternacht war auch schon erreicht, was mich daran erinnerte, dass da ja noch das AC/DC-Konzert vor mir lag und ich langsam heim müsste. Also winkte ich der wieder spielenden Band noch einen Gruß zu und wendete mich meinem Auto zu. „Mach‘s gut, Kundi und Danke, dass du da warst“ waren die letzten Worte, die mir von der Bühne vom Frontmann hinterher gerufen wurden Ich habe mich auch darüber gefreut .....

Der vollständige Bericht und weitere Fotos, siehe hier:

http://www.mission-buehnenrand.de/t1572f31-TRANSIT-und-SHAWUE-Waldbuehne-Gehren.html   


Weihnachtskonzert in Medingen 2014

SHAWUE 25.12.14 Medingen - Weihnachtskonzert mit Hindernissen   (Konzerbericht in Liveberichte 2014)

 Ich fuhr mit gemischten Gefühlen an diesem ersten Weihnachtsfeiertag nach Medingen. Meine Gedanken schweiften immer wieder 12 Monate zurück. Auch damals war ich in Medingen, ich brach aber damals den Konzertbesuch nach 3 oder 4 Liedern ab, weil es mir gesundheitlich nicht so gut ging. Ein paar Tage später lag ich dann ja auch richtig auf der Schnauze. Bei diesen seltsamen Gedanken fiel mir gar nicht so richtig auf, dass es um Medingen keinen elektrischen Strom gab. Ich wunderte mich zunächst nur, warum die Straßenbeleuchtung nicht leuchtet und dachte an Einsparmaßnahmen. Aber als ich am Gasthof ankam, war es dann auch mir klar, dass hier was faul im Stadt-Staate Medingen war. Der sonst hell erleuchtete Gasthof lag in der Dunkelheit und nur der Schein einiger Kerzen war durch die Fenster zu sehen. Einige Leute standen vor der Kneipe und der Stromausfall war das Gesprächsthema. Ich war enttäuscht und dachte mir, dass wenn es beim Stromausfall bleibt, keine Mugge geben würde. Aber die Kneipe hatte geöffnet, der Eintritt für das Konzert wurde kassiert und es machte dann ziemlich schnell die Runde, dass das Weihnachtskonzert auch ohne Strom über die Bühne gehen würde. Erleichtert und gespannt zugleich sah ich nun dem weiteren Abend entgegen.
Es gibt sie also noch Bands und Veranstalter, die ein Herz für die Musik und ein Herz für die Fans haben. Es ist nahezu unglaublich, aber die Mugge wurde tatsächlich auch durchgeführt. Das ist gar nicht so selbstverständlich. Weil Musiker und Betreiberfamilie aber Mut und Herz zeigten, wurde dieser 1.Weihnachtsfeiertag trotz aller Widrigkeiten wieder zu einem Muggen-Fest. Manch andere Band oder Veranstalter hätte in den Sack gehauen, aber SHAWUE spielte auch an diesem 25.12.2014 und das grenzt schon an ein (Weihnachts-)Wunder.
Im Licht der Kerzen wurde der Gastraum geöffnet und die Gäste wurden auch bewirtet. Trotz des fehlenden Stromes fanden viele den Weg nach Medingen, bezahlten Eintritt und harrten aus. Sie wurden dann auch belohnt. Musik gab es nämlich auch und zwar am Anfang total unplugged, das heißt wirklich ohne elektrische Verstärkung und ohne Lichtshow. Lena Beyer aus Saalfeld und Levin Sori Doval aus Radeberg bestritten das Vorprogramm und wurden dabei zeitweise von SHAWUE-Musikern unterstützt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass das Vorprogramm so auch nicht geplant war. Deshalb verdienen Lena und Levin umso mehr Respekt, denn sie sangen ohne elektrische Verstärkung mutig gegen den etwa 200 oder 250 Personen fassenden großen Saal an und sie waren dabei gut zu hören. Musikalisch klang das auch ganz ansprechend. Die junge Thüringerin hat eine glockenklare und deutliche Stimme. Mit Liedern wie 'Heart of Gold' von Neil Young und ihrer Leistung als Sängerin und Klampferin traf sie bei den Zuhörern auf offene Ohren. Der Beifall war herzlich und absolut verdient. Es war auch Klasse, dass sich die SHAWUE-Musiker unkompliziert einklinkten und sowohl Lena Beyer als auch Levin Sori Doval begleiteten. Levin begeisterte mit eigenen leicht countrylastigen Songs, wobei mir ein Lied besonders in Erinnerung blieb, welches sich nach meinem Verständnis mit der Kunden-, Blueser- und Tramperzeit beschäftigte. Als Höhepunkt des Vorprogramms empfand ich das "Liebeslied" von RENFT, welches beide zusammen interpretierten. Diese Coverversion hatte richtig Pepp und besonders der Gesang von Lena verlieh dem Song zusätzlich einen anderen musikalischen Anstrich.
SHAWUE bescherte anschließend den Fans wirklich ein echtes unplugged-Konzert ohne Netz und doppelten Boden. Wer SHAWUE kennt, der weiß auch, dass diese Kapelle live keine Gefangenen macht und richtig doll abgeht. Das betrifft sowohl die Musik als auch die Action auf der Bühne. Deshalb war dieser ungeplante unplugged-(Teil-)Auftritt nicht nur ungewöhnlich für mich, sondern auch total spannend. Es war aber zu sehen und zu hören, dass SHAWUE Spaß an der Mugge hatte. Das Publikum war auch begeistert. Ich habe ja nun auch schon einige SHAWUE-Muggen erlebt, aber so ein unplugged-Auftritt fehlte mir bisher auch. Es waren zwar alles bekannte Lieder, aber durch die unverstromte Instrumentierung erschlossen sich uns Zuhörern ganz neue musikalische SHAWUE-Klänge.
Später sorgte ein aus 30 Kilometer Entfernung besorgtes Notstromaggregat für etwas bescheidenes Licht und vor allem für Ton. Nach eine kurzen Umbau- und Umziehpause legte SHAWUE dann mit dem bekannten Livemusik-Feuerwerk los. Niemand störte dabei, dass das Licht mager war, dass Lutz sein Gitarrenverstärker kurz streikte oder dass eine Gitarrenseite riss. Der Frontmann kommentierte die Pannen des Abends mit einem Lächeln und dem Spruch, dass SHAWUE das ganze Jahr 2014 eigentlich vor solchen Pannen verschont blieb und es vielleicht deshalb an diesem Abend solche Probleme gehäuft gab. SHAWUE spielte das 27. Jahr in Medingen und noch nie, nicht mal zu DDR-Zeiten, gab es dabei einen Stromausfall.
Gegen Mitternacht war dann auch der Strom wieder da. Es wurde ein tolles und denkwürdiges Konzert. Natürlich hatten Heike Neumann(Violine, Gesang), Lutz Neumann (Gesang, Gitarren, Mandoline), Burkhard Mette(Bassgitarre, Gesang), Friedrich Gierach (Gitarren, Gesang) und Lucas Hilbrich (Schlagzeug, Gesang) den Gästen eine schöne und stimmige Setliste mit vielen Schmeckerchen auf den Gabentisch gelegt. Das war der Stimmung natürlich absolut förderlich. Bis gegen 01.30 Uhr pushten sich Band und Fans gegenseitig zur Höchstform. Vom "Volkslied" über das nudelige "Fernsehabend" (der Song ist einfach hitverdächtig und der Refrain geht total ins Ohr "Probieren sie doch unsere neuen Nudeln Die sind wie hausgemacht und schmecken echt zum kugeln. Legen sie doch einen Pause ein Unsere Nudeln schmecken wie der Sonnenschein") bis hin zum 3.Wahl-Cover "Zeit bleib stehen" und "Dann schrei" blieben kaum Wünsche offen. Auch "Ich komm heim" brachte noch mal ordentlich Stimmung in die Bude.
Im Zugabenteil folgten dann unter anderem noch "Nach Haus" und "Scheißkerl" mit stimmgewaltiger Unterstützung durch das Publikum.

Noch einmal DANKE an alle, die das Konzert trotz der widrigen Umstände durchführten. DANKE an die Musiker Lena Beyer, Levin Sori Doval und natürlich ein ganz besonderes DANKESCHÖN an die Band SHAWUE sowie an die Familie Eyting vom Gasthof Medingen. Ich freue mich schon jetzt auf den 1.Weihnachtsfeiertag 2015 wenn SHAWUE wieder den Saal des Gasthofes Medingen rocken wird und dann sicher wieder ohne Pannen des örtlichen Stromlieferanten.

 

Auszüge a. d. Konzertbericht vom Benefizkonzert am 15.11.2014 in Bautzen

.... Nach der Tombola-Verlosung und dem Umbau folgte dann endlich SHAWUE. Angeführt von Lutz Neumann rockte die Band mit ihrem message folk mal wieder alles in Grund und Boden. SHAWUE riss die Zuhörer wieder mit und die Musiker machten auch ordentlich Betrieb auf der Bühne. Bei der Formation ist ja auf der Bühne auch die totale Action angesagt und da bewegten sich in Bautzen auch wieder, bis auf den Schlagzeuger Lucas Hilbrich, alle Musiker. Lutz Neumann, Burkhard Mette, Friedrich Gierach, und Heike Neumann ließen keinen Meter Bühne ungenutzt. Message folk ist eine schöne und schweißtreibende Angelegenheit. Das konnte man auch wieder sehen. Gitarrist Friedrich Gierach habe ich doch mehrmals mit einem Lächeln im Gesicht ertappt. Das ist für mich persönlich auch so ein kleines Zeichen, dass er in der Band und der Musik richtig angekommen ist und sich auch freigespielt hat. Es war toll anzusehen, wie erst 4 Leute vor der Bühne tanzten, dann 8, dann 12. Am Ende bewegten sich sogar 20 Mitmenschen im Rhythmus der Musik. SHAWUE machte ihrem Ruf als eine der besten Livebands wieder mal alle Ehre. Natürlich ging auch die Luckauer Band für die Fans in die Nachspielzeit. Mehr möchte ich diesmal zu SHAWUE gar nicht schreiben, denn es gab unlängst hier von mir ja schon einen ausführlichen Bericht vom Auftritt bei der Halloweenparty in Ruhland.

Zum vollständigen Konzertbericht:

http://www.mission-buehnenrand.de/t1334f30-Benefizkonzert-mit-WOLKENFLUG-und-SHAWUE-Bautzen.htm

Konzertbericht über das Konzert am 31.10.2014

Halloween-Party mit SHAWUE

am 31.10.14 open air in Ruhland

In Liveberichte 2014 04.11.2014 21:56 von Gundolf Zimmermann

Ganz Ruhland schien vorigen Freitag zur Halloween-Party am Schützenhaus auf den Beinen zu sein. Ich sage es gleich frei heraus, Halloween interessiert mich nicht die Bohne.
Ich war am Reformationstag nur wegen der Freiluftmugge von SHAWUE in Ruhland. Die Folkrockband aus Luckau und besonders ihre Konzerte begeistern mich ja nun auch schon einige Jahre.
Auch dieses letzte open air des Jahres war wieder ein Knaller, ganz konkret war es ein message Folk-Knaller. Message Folk gibt es schließlich nur von SHAWUE
Ich war sehr gespannt auf diese Mugge, denn die Bandbesetzung hat sich in den letzten Monaten auf 2 Positionen geändert. Gitarrist und Schlagzeuger sind neu.
In den nächsten Tagen werde ich versuchen, noch einen kleinen Bericht von der Halloween-Mugge mit SHAWUE in Ruhland zu verfassen.
Heute gibt es erstmal nur ein paar Fotos von mir.

Es gibt Sachen, die muss ich nicht mögen. Dazu gehören ganz klar auch einige Sachen, die in den letzten Jahren aus Amerika hierher schwappten. Mir fallen da auf Anhieb der Valentinstag, Sportarten wie American Football und Baseball oder die Benennung von Sportvereinen (besonders Eishockey, Basketball) mit Tiernamen ein. Selbstverständlich gehört auch Halloween zu diesem ganzen amerikanischen Quatsch. Ich möchte aber niemandem den Spaß verderben. Wem das alles gefällt, der / die soll sich von mir aus auch daran erfreuen.

Trotz meiner Abneigung war ich am 31. Oktober zum 14. Ruhlander Halloweenfest. Das Fest wurde vom Karnevalclub Ruhland e.V. ins Leben gerufen und ist in den vergangenen Jahren zur Veranstaltung mit der größten Publikumsresonanz der Kleinstadt gewachsen. Nicht nur die Karnevalisten, auch die örtliche Feuerwehr, das Gasthaus "Schützenhaus", der Bürgermeister und viele andere fleißigen Helfer tragen zum Gelingen des Halloweenfestes bei. Irgendwo habe ich etwas davon gelesen, dass bei vergangenen Halloweenfesten in Ruhland schon mehr als 1500 Besucher gezählt wurden. Weniger mögen es heuer auch nicht gewesen sein. Für eine Ortschaft mit gerademal rund 3750 Einwohnern ist das schon eine gewaltige Hausnummer, finde ich.

Auch im Jahr 2014 waren also wieder hunderte Menschen auf den Beinen, um diesem Spektakel mit Umzug durch die Stadt bis zum Schützenhausplatz, großen Lagerfeuer, Wahl von Miss und Mister Halloween und Livemusik beizuwohnen. Erstmals war auch ich zum Halloweenfest auf den Schützenhausplatz in Ruhland zu finden. Natürlich war ich eigentlich nur wegen der Livemugge von SHAWUE gekommen. Ich werde jetzt sicher nicht zum Halloween-Fan werden, aber ich bin schwer beeindruckt und es nötigt mir schon absoluten Respekt ab, was hier in Ruhland auf die Beine gestellt wurde. Alles war gut organisiert und auch die Versorgung mit Speisen / Getränken klappte wie am Schnürchen. Sehr viele Leute waren kostümiert und damit meine ich nicht nur die Kinder. Spaß hatten wohl alle Besucher.
Das Wetter war für diese Jahreszeit angenehm mild und ich wartete an der kleinen open air-Bühne ganz entspannt auf SHAWUE. Die Preisverleihung für die besten Kostüme, ein Hexentanz und so weiter verkürzten die Wartezeit.

Ein paar Minuten nach 20.00 Uhr war endlich Zeit für die Livemusik. Ein Intro und etwas Bühnennebel kündigten SHAWUE an. Nach ein paar Augenblicken enterten die Musiker dann auch die Bühne. Der erste Song des Abends "Macht die Leinen los" war gleichzeitig Signal für die Wartenden und Befreiungsschlag für die Band. Im Scheinwerferlicht konnte man sehen, dass sich das von Lutz Neumann geleitete Ensemble kleidungsmäßig auch ein wenig an das Halloweenfest angepasst hatte. Der Bandchef hatte zum Beispiel "ein Messer im Kopf" und der neue Gitarrist Friedrich Gierach trug eine nummerierte Häftlingsmütze. Aber das sieht man ja auch auf den Fotos. Das Konzert war nach meinem Empfinden wieder wie eine kleine Reise angelegt. Jedes Lied war eine Reisestation. Lutz Neumann machte wieder hervorragend den Kapitän und führte das Publikum als Reiseleiter sicher durch diesen musikalischen Trip.

Da möchte ich an dieser Stelle doch gleich die zwei neuen Bandmitglieder von SHAWUE vorstellen. Neu am Schlagzeug ist Lucas Hilbrich. Ich weiß es nicht ganz sicher, aber der Junge soll bei Maik Müller das Trommeln gelernt haben und dieses Jahr im Frühjahr seine Prüfung an der Musikschule abgelegt haben. Besagter Maik Müller trommelt übrigens gelegentlich bei electra, wenn Falk Möckel verhindert ist. Neuer Gitarrist ist Friedrich Gierach. Friedrich könnte ein Schüler von Lutz Neumann sein. Lutz unterrichtet meines Wissens ja auch. Zeit zu fragen hatte ich am Freitag aber nicht.
Ich weiß gar nicht, das wievielte Mal in der über 25 jährigen SHAWUE-Geschichte Lutz Neumann nun neue Leute in die Band eingearbeitet hat. Andere Musiker hätten bei diesen Personalsorgen vielleicht längst aufgegeben. Der Mann brennt einfach für die Musik und das finde ich auch imponierend. Immer wieder baut er auch junge Leute als Musiker auf.

Lucas und Friedrich haben ihre Sache bei der Mugge meiner Meinung nach ganz ordentlich gemacht. SIe fügten sich sehr gut in die Band ein. Der typische SHAWUE-Sound blieb deutlich erkennbar. Die Shawue-Musik ist von Hause aus absolut rockig, tanzbar und abwechslungsreich. Der SHAWUE'sche message Folk enthält ja auch Elemente von Rock, Blues, amerikanischen (Folk-)Rock bis hin zum Punk. Die Mischung macht es eben. SHAWUE steht nicht umsonst für allerfeinsten deutschsprachigen Folkrock. Damit müssen die beiden Neuen bei SHAWUE auch klarkommen und das tun sie auch. Besonders Friedrich Gierach ist bei SHAWUE ganz schön gefordert, denn er muss ja auch einige Solos auf seinen 6 Gitarrensaiten spielen. Das hat er auch schon voll drauf. Gerade die E-Gitarre spielt bei dem Sound der Gruppe SHAWUE auch eine wichtige Rolle. Vielleicht ging er deshalb auch ziemlich konzentriert und ernst zu Werke. Es dauerte jedenfalls seine Zeit bis man mal ein Lächeln in seinem Gesicht sah.

Die Band als Ganzes wirkte wieder sehr geschlossen. Jedoch war nicht ganz so viel Action wie sonst auf der Bühne. Das lag vielleicht auch an der relativ kleinen Bühne. Da war es für die Musiker gar nicht so einfach, sich nicht gegenseitig zu behindern. Aufpassen musste man da schon. Bassist Burkhard Mette dürfte diesmal die meisten Bühnenmeter zurückgelegt haben. Der Mann war sehr oft auf Achse. Na ja, dem liegt ja SHAWUE-Musik doch im Blut. Er war ja schon von 1992 bis 1999 bei SHAWUE und gehörte zu der legendären 4er-Bandbesetzung mit Lutz Neumann, Christian "James" Müller und Burkhard Tische. Seit 2013 ist er wieder im SHAWUE-Boot und ich finde, dass das der Band gut tut.

Auch in Ruhland machte SHAWUE wieder ordentlich Betrieb und nicht von ungefähr begannen einige Leute vor der Bühne zu tanzen. Die SHAWUE-Mugge ging bei vielen Besuchern direkt in Hirn, Herz und Beine. Jede SHAWUE-Mugge ist ja etwas anders. Immer wieder werden Titel aus dem Programm rausgenommen, dafür finden andere Lieder plötzlich wieder den Weg in die Setlist. Gerade für die Leute, die SHAWUE häufiger live erleben, ist das eine sehr schöne Geschichte. Die Band hat so immer irgendwelche musikalische Leckerbissen als Überraschung für Konzertnomaden, Muggenpilger und häufige Konzertgänger mit. So konnte ich mich in Ruhland zum Beispiel über "Der Wind weint um Mary", "Wie ein Stein" und ganz besonders über "Fernsehabend" freuen. Der letztgenannte Song fungiert bei mir ja wegen seines Refrains ("Probieren sie doch unsere neue Nudeln, die sind wie hausgemacht und schmecken echt zum Kugeln. Legen sie doch mal ne Pause ein. Unsre Nudeln schmecken wie der Sonnenschein") ja unter dem Titel Nudellied. Es ist ein sehr schönes und bissiges Lied, welches die Gewaltorgien, die Ströme von Blut und den Schwachsinn aufs Korn nimmt, die den Konsumenten von den TV-Machern vorgesetzt werden. Den Text hatten Frontmann Lutz Neumann und Basser Burkhard Mette übrigens damals gemeinsam verfasst. In Ruhland kam das Lied besonders gut, denn im Publikum waren ja einige als Zombies, Vampire, Hexen oder Schweine kostümiert. Das war dann schon ein schicker optischer Rahmen für den "Fernsehabend".

Allzeit-Favoriten wie "Scheißkerl", "Sie hatte diese Welt nicht gern", "Dann schrei", "Ich komm heim" und "Sie tanzt auf ihren Rädern" fehlten aber selbstverständlich auch zur Halloween-Party nicht. Ganz Besonders gelungen fand ich auch wieder das "Volkslied", welches sich mit der einigen unserer Lansleuten eigenen deutschen Arroganz auseinandersetzt. Der Text stammt übrigens aus der Feder vom Bassisten.
Bevor ich langsam zum Ende komme, möchte ich noch zwei Instrumente erwähnen, die bei SHAWUE nicht mehr wegzudenken sind und die besonders kennzeichnend für den folkigen Sound der Band sind. Das sind zum einen die von Lutz Neumann gespielte Mandoline und zum anderen Heike Neumann's Geige. Beide Saiteninstrumente haben ja ein ganz eigenes und unverkennbares Klangbild. SHAWUE reizt als Band diese beiden Folk-Trümpfe aber auch sehr geschickt aus. Geige und Mandoline sind stimmig in Programm und Sound verankert.
SHAWUE spielte an diesem Abend wieder ein ganz tolles Programm. Es war zwar etwas kürzer als wir es von der Band gewöhnt sind, aber es war immer noch lang genug um von einem ganzen Konzert reden zu können. Da habe ich schon Bands mit viel kürzerer Spielzeit gesehen.

Natürlich kam SHAWUE nicht ohne Zugaben von der Bühne. Die Nachspielzeit war zwar relativ kurz gehalten, aber das war, wie das leicht verkürzte Konzert insgesamt dem Zeitplan der Organisatoren geschuldet. Den herzlichen Schlussapplaus hatte sich die Band wieder mal mehr als nur verdient.

 

Der Originalbericht und noch mehr Fotos sind unter diesem Link zu finden:

http://www.mission-buehnenrand.de/t1293f30-Halloween-Party-mit-SHAWUE-am-open-air-in-Ruhland.html

 

Fläming Echo Oktober 2014

Bericht über das Shawue Konzert am 18.10.2014

Deutsch Mugge 11.01.2014

 

Shawue, Footsteps & Uli Jon Roth mit Band in Dresden

Ein Konzertbericht mit Fotostrecke von Steffen Nitzsche


Rockiges 3-Gänge Menü in der „Tante Ju“
Es ging wieder mal in den Liveclub "Tante Ju" in Dresden, wo Betreiber Gunther Rehlig immer ein gutes Programm für die Musikfans der mittleren Generationen bereithält. Und der Club ist bekannt für sehr guten Sound und einer großen ansprechenden Bühne. Ich komme gern hierher, auch wenn die selbsternannte Kulturhauptstadt Dresden für mich persönlich nicht das Mekka der Blues- und Rockmusik in Sachsen ist. An diesen Freitag war ein Rockabend mit drei Bands angekündigt, die alle ihren eigenen Stil haben. Und trotzdem passen sie irgendwie musikalisch zusammen und ergänzen sich mit Abwechslung. Ungefähr 200 Besucher zwischen 20 und 70 Jahren erlebten einen qualitativ sehr guten Liveauftritt.

Den Anfang machte die Gruppe SHAWUE - die Band aus der Lausitz mit Lutz Neumann als Frontmann. SHAWUE traten in der Besetzung Lutz Neumann (Gesang; Gitarre; Mandoline und Mundharmonika), Ronny Jank (Gitarre; Gesang), Heike Neumann (Violine; Gesang), Burkhard Mette (Bass; Gesang) und Steffen Melcher (Schlagzeug; Gesang) auf.

Die Musiker brachten mit ihrer lockeren und symphatischen Art sofort Stimmung in den Saal. Ihre Richtung kann man als modernen deutschen Folk mit traditionellen Elementen bezeichnen. Ich mag die Band und ihre Lieder sehr, und ihre Spielfreude ist immer bewundernswert.

Im Jahre 2009 konnte ich sie schon einmal mit Uli Jon Roth in der "Tante Ju" erleben, und ich erinnere mich noch gern an das Konzert von vor fast fünf Jahren. Natürlich fehlte ihr bekanntester Song "Scheißkerl" auch diesmal nicht, und auch Bob Dylan wurde auf deutsch interpretiert.

Die Texte von SHAWUE und der melodiöser Folk, gepaart mit einer großen Spiellust, sind das Markenzeichen der Band.

Ich kann sie nur empfehlen.

Danach wurde es …

... Zu später Stunde gab's dann den Auftritt und gleichzeitig den Höhepunkt des Abends: Uli Jon Roth  …

… Auch der Gastauftritt von Lutz Neumann (Shawue) bei einem Song sorgte dafür, dass Roths Auftritt zu einem Highlight des Abends wurde. ...

Mehr, siehe hier:

http://www.deutsche-mugge.de/live-berichte/3861-shawue-footsteps-uli-jon-roth-mit-band-in-dresden.html



Uli Jon Roth & Lutz de Shawue am 10.01.2014 im "Tante Ju" in Dresden (Foto: Georg Meyer)

Shawue in Perleberg

Konzert von Lutz de Shawue am 30.04.2012 im Stadtcafe Perleberg (Prignitz)

Rekord-Partynacht im Wald bei Gehren

Gehren Elke Schirmer weiß am Samstagabend schon kurz nach neun Uhr nicht mehr, wie oft sie mit ihrem Shuttle die Waldbühne bei Gehren angesteuert hat. Seit mehr als einer Stunde bringt sie mit ihrem Bus in unzähligen Touren Musikfans aus ganz Deutschland zu der Freilichtbühne. Tanzfläche, Park- und Zeltplätze sind schon um 20 Uhr voll. Die 8. Auflage von „Rock im Wald“ hat einen neuen Besucherrekord gefeiert.

Nicht nur die Band „Shawue“ sorgte mit Gaststar Uli Jon Roth (rechts) für eine volle Tanzfläche.

„So voll war es noch nie“, sagt Frank Trappe. Der Walddrehnaer Feuerwehrmann sorgt mit seinen Helfern vor dem Schloss Sinntrotz für eine sichere Anreise zu dem Rockevent. Mehr als 200 Autos zählt der 54-Jährige schon um 21 Uhr. Vielen älteren Rockern, aber auch jungen Besuchern, weist er gemeinsam mit Sven Lauterbach den richtigen Weg.

Pünktlich um acht startet die Partynacht mit der thüringischen Rockband „Kirsche & Co.“. Unter sternenklarem Himmel tanzen sich die Waldbühnengäste warm. Vier Bands treten bei dem Konzert auf. Jede Gruppe hat ihre eigene Fangemeinschaft in das Heideblick-Dorf gelockt. Jung und Alt feiern gemeinsam.

Horst Lange hat sich spontan auf sein Fahrrad geschwungen und ist durch die Gehrener Berge zu der Party geradelt. Vor allem die Bands „Freygang“ und „Engerling“ seien dem Walddrehnaer bekannt. Nach einer kurzen Umbaupause sind es aber erst einmal die musikalischen Lokalgrößen von „Shawue“, die ihre Folkmusik mit Einflüssen aus dem Punk und Blues in den Wald bringen.

Mit Uli Jon Roth hat die Band einen echten Weltstar nach Gehren gebracht. Mit Sonderapplaus wird die einstige „Scorpions“-Gitarrist und Texter begrüßt. Er ist auch der Erste, die in die Saiten haut. Dass der Musiker als Gast auf der Bühne steht, ist schwer zu glauben. Jeder Einsatz, ob bei rockigen oder auch etwas ruhigeren Liedern, passt. Heike Neumann an der Violine und die Sänger und Gitarristen Charlott und Lutz Neumann verfeinern die Gitarrenklänge. Auch Uli Jon Roth steht kurz vor dem Finale der Bühnenshow vor dem Mikrofon und präsentiert mit weichen Gitarrenklängen und geschlossenen Augen das Lied „All Along the Watchtower“, einen Klassiker von Jimi Hendrix.

Uli Jon Roth tritt zum ersten Mal auf der Waldbühne auf. Am Morgen war er dafür von London nach Berlin geflogen. Gern blickt er auf die erste Begegnung mit den Künstlern von „Shawue“ im Jahr 2007. „Ihre Texte gefallen mir gut“, sagt der weitgereiste Musiker und Liedtexter. Der Tanzabend in Gehren erinnere ihn an die eigene Jugend. Proben habe er vor seinem Gastspiel nicht gebraucht. „Ich improvisiere viel lieber. Ich stehe auf Risiko“, sagt Uli Jon Roth. So bleibe der 56-Jährige frisch.

Ab Oktober startet der Gitarrist seine Welttournee. Der Auftritt im Wald bei Gehren ist sein vorerst letzter in der Bundesrepublik.

Die Bluesrockbands „Engerling“ und „Freygang“ sorgen auch im Anschluss dafür, dass die Tanzfläche zu keinem Zeitpunkt leer ist. 60 Zeltplätze, mehr als 200 Autos und über 600 Besucher: „Rock im Wald 2011“ war bei seiner achten Auflage eine Rekord-Rocknacht. „Es müssen noch mehr große Rockbands auf der Waldbühne spielen. Dann kommen auch die Besucher“, hofft Peter Kopsch auf erfolgreiche Neuauflagen.

Von Henry Blumroth

Foto: Fred Bauer

Lausitzer Rundschau

Konzertbericht vom 25.09.10 „Kirsche & Co und Shawue & Uli Jon Roth“

… Nach einer kurzen Umbaupause übernahm Shawue das Steuer, und alle Ampeln waren jetzt auf “Message Folk“ gestellt. So nennt die Band ja nicht zu unrecht ihre Musik. Mit „Sarajevo“ ging es musikalisch eher sehr bedächtig los. Aber dieses Lied hat es durchaus in sich, und das besonders vom Text her. Es ist ein leises, eindringliches Friedenslied, welches ohne Parolen auskommt. Auch „Die Nacht“ war ein etwas ruhigeres Lied. Mit „7 days“ und „Die Gräfin“ kam dann aber ordentlich Schwung in die Sache. Ich mag die Konzerte von Shawue, weil die Band vor Spielfreude und Leidenschaft auf der Bühne zeitweise förmlich explodiert und ihre Musik wohltuend mitreißend ist. Das ist ehrliche, handgemachte Rockmusik von der allerbesten Sorte. Dass ein weltbekannter und erfolgreicher Künstler wie Ex-Scorpions-Gitarrist Uli Jon Roth ein paar Konzerte im Jahr mit Shawue bestreitet, sagt schon einiges über die Qualität der Musik und die Faszination aus, die von Lutz Neumann und seiner Truppe ausgeht. Uli hat einfach Spaß an der Sache, und auch bei diesem Konzert stand er bescheiden auf der Bühne und brachte sein Können absolut banddienlich ein. Die Shawue-Setlist enthielt naturgemäß die bekanntesten Stücke wie „Silbermond“, „Sie tanzt auf ihren Rädern“ und Halte durch“.
Für Bewegung und Action sorgten bei Shawue wieder Frontmann Lutz Neumann und Bassistin Charlott. Vater und Tochter wirbelten und rockten zeitweise wie ein (Rock-)Orkan über die Bühne. Bei Familie Neumann spielt aber immer noch Mutter Heike die erste Geige und das tat sie auch im „Tante Ju“ wieder. Die ungewöhnliche Instrumentierung mit Violine und Mandoline zeichnet Shawue meiner Meinung nach auch aus. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreicher Sound und wahrhaftes Folkfeeling. Da verwundert es mitnichten, dass die Fans bei der Musik richtig mitgehen. Tanzen, mit dem Fuß wippen und Mitsingen ist bei Shawue-Konzerten auch nichts Ungewöhnliches. Mit Manuel Kaatsch hat Shawue einen jungen, dynamischen Schlagzeuger in ihren Reihen. Manuel war übrigens als Kind schon Fan der Band, und er hat früher viele Shawue-Muggen besucht. Natürlich ist Lutz Neumann die (Haupt-)Stimme von Shawue. Bei den Refrains kann er jedoch auch auf die stimmliche Unterstützung von Tochter Charlott und Gitarrist Andreas Mann bauen. Charlott sang außerdem auch noch als Solistin den Titel „nach Haus“.
Kennt ihr das auch, dass ihr manchmal ein Lied hört und es gar nicht mehr aus dem Kopf bekommt? Mir geht es manchmal mit „Scheißkerl“ von Shawue so. Schon den ganzen Tag hatte ich vorfreudig diesen Refrain „du alter Scheißkerl, jetzt hängst du rum und tust dir selber leid. Du alter Scheißkerl und heulst mir auch noch die Ohren voll. Du hast bekommen was du verdienst“ auf den Lippen und im Ohr. Widerstand war zwecklos, die Melodie fand immer wieder den Weg zu mir. Natürlich fehlte dieser famose Ohrwurm auch bei diesem Auftritt nicht und während ich diese Zeilen schreibe, läuft das Lied zufällig (?) gerade in meinem Player und mir steht bestimmt auch gerade ein fettes Grinsen im Gesicht.
Ich hätte nicht gedacht, dass Shawue bei dieser Mugge Gitarrenlegende Jimi Hendrix würdigen würde. Aber wenn man schon einen Hendrix-Experten und Ausnahmegitarristen wie Uli Jon Roth dabei hat, kann man musikalisch mit zwei oder drei Klassikern schon mal anlässlich seines 40. Todestag an Hendrix erinnern. „Tante Ju“, Kirsche & Co., Shawue und UJR haben uns wirklich einen schönen Abend bereitet, und wir trudelten nach der Mugge sehr zufrieden der Heimat entgegen.

Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Steffen Nitsche

 

Der komplette Artikel ist nachzulesen unter: http://www.ostrockforum.com/index.html?berichte/kirsche250910/kirsche.htm

NEU FORMIERT UND WIEDER DA

Shawue startet eine weitere Gipfelbesteigung

Dass Erfolg in der Regel hart erarbeitet werden muss, haben die Niederlausitzer von Shawue zur genüge am eigenen Leib erfahren. Reichliche 20 Jahre nach dem ersten Auftritt blickt Gründungsmitglied und Kopf der Band, Lutz Neumann, nicht nur auf den easy way of life`. Die Schreibweise des Bandnamens änderte sich (anfangs war die Gruppe als Dejá-vu bekannt), Musiker kamen und gingen, Enttäuschungen von Menschen und Verluste mussten hingenommen werden, mal war das Projekt ein Duo, mal ein Quartett, mal ging gar nichts mehr… Mit den Verunsicherungen, die Währungsunionen mit sich bringen, blieb zwischenzeitlich auch erstmal die Kundschaft in den Auftrittsorten weg. Dennoch – und das spricht für das Standvermögen der Band – erschienen kontinuierlich wunderschöne Folkrock-Alben, die unter anderem vom außergewöhnlichen Einsatz der Mandoline und einer hohen Gitarrenlastigkeit leben. Die musikalische Ausrichtung beschreibt Lutz Neumann wie folgt:

Ich erhebe keinen Anspruch auf große Kunst. Deshalb war auch die Musik der „Folkis“ (Bob Dylan usw.) die, die mich am meisten beeinflusst hat. Ich mag es auch sehr, wenn in Rocksongs rock-untypische Instrumente zu hören sind. Ohne, dass dabei gleich wieder Folklore herauskommt. Deshalb spiele ich auch Mandoline (kann ich am besten). Wir haben das auf unseren Platten (manchmal auch live) mit Hilfe von Gastmusiker versucht auszubauen. Ich bin ganz froh, dass wir jetzt  die Geige dabei haben, denn sie unterstützt meine Vorstellungen noch ein Stück mehr. 

In deutsch sind  unsere Songs nicht nur weil wir hier leben, sondern auch weil ich gern weiß worüber ich singe. Ich finde, man sollte in der Sprache singen in der man auch denkt und das kann ich nun mal am besten in deutsch (leider).           

Deutsche Texte, so wie BAP oder Wolf Maahn sie verstehen zu schreiben, waren bei den eigenen Songs immer ein Muss. Neumann erinnert an die Anfänge, selbst da wurden Lieder von Bob Dylan und den Rolling Stones eingedeutscht. Nach den Highlights gefragt, gleichen die schönsten Momente der Bandgeschichte hohen Gipfeln zwischen den Tälern, die jeden noch so harten Aufstieg vergessen machen: das 92er gemeinsame Konzert mit The Troggs („Wild Thing“), Konzerte mit Keimzeit, Rammstein, Silbermond und Idol Wolf Maahn, Sessions mit dem Mellencamp- und Smashing Pumpkins-Trommler Kenny Aronoff, Gitarrenvirtuosen Uli Jon Roth mit Eric Fish (Subway To Sally) oder aber der überaus erfolgreiche Auftritt von Shawue beim Hardcore Festival in Feldkirch (Österreich). Selbst über den großen Teich schaffte es ihre Musik, explizit das Stück „Der Wald“, der an amerikanischen Schulen anerkanntes Unterrichtsmaterial ist. Inzwischen ist das Musikprojekt Shawue beinahe ein Familienunternehmen. An Neumanns Seite geben sich neben Andreas Krüger (Schlagzeug) und Andreas Mann (Gitarre) auch Tochter Charlott am Bass und Ehefrau Heike an der Violine die Ehre. Macht man das, weil die Hälfte des Tages nicht ausreicht, um „in Sachen Familie“ unterwegs zu sein? Nein, macht man nicht, denn es gibt ja noch zwei Familienmitglieder.

Heike hatte schon immer ein großes Herz für alles was mit Musik und Band zusammenhängt und hat dieses Gefühl in die Familie übertragen. Da es aber auch in einer Musikerehe den Alltag gibt, hat sie mir den Rücken für meine musikalischen Dinge freigehalten und sich um unsere drei Kinder gekümmert, wozu auch eine musikalische Ausbildung gehört.

Klavier, Gitarre, Schlagzeug und  Violine gehören zum Alltag der Familie.

So kam es, dass sie in der Band unserer Töchter spielte und dort die Violine einsetzte. Durch den Studienbeginn unserer großen Tochter brach dieses Projekt zusammen.

Da zu dieser Zeit wieder mal „Not am Mann“ bei Shawue war kamen Charlott und Heike in die Band und somit die Violine.

Charlott liebt ihren Bass. Sie hat schon mal mit 14 bei Shawue ausgeholfen, aber in diesem Alter war es uncool mit dem Vater auf der Bühne zu stehen.

Jetzt ist sie 18, alles ist anders und sie ist  stolz, dass sie jetzt mit ihrem Vater zusammenarbeitet und zur Band gehört.

Unlängst ist die siebte CD der Band erschienen, „20 Jahre Shawue“ (erhältlich übers Internet). Auf ihr zeugen 17 Lieder davon, dass die Leute, die hinter Shawue stehen, ihr musikalisches Handwerk exzellent beherrschen und dass der Stil trotz vieler Brüche in der Bandbiografie bewahrt werden konnte. Klar, der Zeitgeist kam auch an Shawue nicht vorbei, doch er hat sich wohltuend unaufdringlich in jede Note, jedes Wort geschlichen. Das verleiht den Kompositionen den Charakter der Unsterblichkeit. Anteil daran hat auch der Stempel, den Christian Müller mit seinem Gitarrenspiel der Musik von Shawue aufgedrückt hat, ehe er für immer und viel zu früh die Band verlassen musste. Manche Dinge bleiben, selbst wenn sich alles um sie herum ändert. Shawue könnte auch davon ein Lied singen…

Text: Karin Paul  

Melodie & Rhythmus

 

Konzertbericht

vom Konzert am 18.07.2009 im Kesselhaus-Lager in Singwitz

Die Band Shawue gibt es seit über 20 Jahren, und dem Namen nach war sie mir seit den neunziger Jahren ein Begriff, nicht zuletzt wegen Christian „James“ Müller, der ab 1992 bis 1999 fest bei Shawue spielte James war einer meiner ersten Musikerhelden, spielte er doch in den achtziger Jahren in der Honky Tonky Band aus Bautzen. Honky Tonky genoss damals Kultstatus und James prägte diese Band durch sein außergewöhnliches Gitarrenspiel wesentlich mit. Diese Amateurband brachte es sogar zu Rundfunk-/Schallplattenehren. Leider verstarb Christian „James“ Müller im Jahr 2003 unerwartet. Jedenfalls war James der Auslöser dafür, dass ich mir den Bandnamen Shawue fest einprägte. Bei solchen Dingen bin ich manchmal wie ein Elefant... die vergesse ich einfach nicht.

Als ich kürzlich in den Veranstaltungshinweisen des Kesselhauses die Ankündigung des Shawue-Konzertes las, war für mich klar, dass ich dort hin muss. Es hat also lange gedauert, aber gestern war es soweit: mit Lissi und der Jugendbrigade aus dem Erzgebirge trafen wir uns im Kesselhaus Singwitz zur Shawue-Mugge. Für Lissi und mich sind Konzerte im Kesselhaus ja Heimspiele, da wir nur wenige Kilometer entfernt wohnen. Das Haus begrüßte uns mit weit geöffneten, einladenden Türen. Wir hatten bis zum Konzertbeginn noch reichlich Zeit, die wir uns aber mit netten Gesprächen verkürzten.
Als das Licht dann im Saal ausging, stieg meine Spannung deutlich. Das Banner im Bühnenhintergrund mit dem Schriftzug von Shawue wirkte noch etwas einsam und verloren, es wartete wohl genauso wie wir auf die Musiker. Nach einem Intro aus der Konserve betraten die Musiker die Bühne, und mit „Scharlatan“ legte Shawue los. Schon nach den ersten Minuten war mir klar, dass da oben wahrlich keine Scharlatane standen, sondern Musiker mit Herz und Seele. Allen voran Frontmann Lutz Neumann, der wirklich wie aufgezogen über die Bühne fegte.
Shawue spielte fast nur eigene Lieder und ein, zwei ausgewählte mit eigenen deutschen Texten versehene Klassiker von Bob Dylan. Lutz Neumann hält das Schiff Shawue seit Jahren am Laufen, und er läßt sich nie von seinem Kurs abbringen. Die Geschichte der Band ist durch viele Besetzungswechsel gekennzeichnet, aber Neumann gab nie auf. Wenn man ihn auf der Bühne erlebt, sieht und spürt man, dass er für die Musik und für Shawue lebt. Musikalisch spielte die Band Folkrock vom Allerfeinsten. Die Melodien gingen sofort ins Blut, und bald sah man im Publikum wippende, tanzende Leute. Das will schon mal was heißen, denn das Kesselhaus-Publikum ist verwöhnt von guter Musik und schon traditionell zurückhaltender als anderswo. Die Shawue-Musik ist absolut rockig, tanzbar und abwechslungsreich. Gekonnt werden bei Shawue Elemente von Rock, Folk, Blues bis hin zum Punk zu einem einheitlichem Ganzen vermischt. Lutz Neumann spielte hauptsächlich Gitarre und sang. Zeitweilig griff er aber auch zur Mandoline oder zur Mundharmonika. Diese zeitweiligen Klangtupfer waren einfach faszinierend.
Doch für die Shawue-Musik sind auch die Gitarren kennzeichnend. Hier hat Christian „James“ Müller deutlich seine Spuren hinterlassen. Das hat sich sogar bis zum Ex-Scorpions-Gitarristen Uli Jon Roth rumgeschwiegen, der mittlerweile mehrmals im Jahr als Gast bei Shawue mitwirkt. Eigentlich sollte er auch gestern in Singwitz dabei sein, aber Uli’s Management hatte leider einen falschen Flug gebucht, so dass er nicht pünktlich aus Italien zurückkehren konnte. Doch Roth’s Fehlen änderte nichts am hervorragenden Auftritt und Sound der Band. Lutz erinnerte sich in Ansagen mehrmals dankbar an James und seine Verdienste um Shawue. Einige der Lieder wie zum Beispiel „32 Volt“ entstammen ja auch noch aus der Feder der Bautzner Musikers.
Im Kesselhaus war es mächtig heiß, deshalb gönnte die Band sich und dem Publikum auch zwei Erholungspausen zum Atem holen. Doch nach den Pausen ging es immer gleich nahtlos weiter. Mein Eindruck war, dass die Musiker, je länger das Konzert dauerte, immer mehr zu Höchstform aufliefen. Da wurde gerockt und gefiedelt was das Zeug hielt. Für das Fiedeln ist bei Shawue Neumanns Frau Heike mit ihrer Geige zuständig. Sie spielt das Instrument hörbar, aber völlig unaufdringlich. Auch das zeichnet die derzeitige Shawue-Musik aus. Der Sound ist gut abgestimmt, kein Instrument wirkt aufdringlich oder störend.
Nach Mitternacht durften wir auch noch den 20. Geburtstag der Bassistin Charlott gebührend feiern. Sie heißt mit Nachnamen auch Neumann ;-) und ist die Tochter von Lutz und Heike. Das erste Mal spielte sie übrigens mit 15 Jahren bei Shawue. Charlott spielt nicht nur die tiefen Töne bei der Band, sie singt auch die Nebenstimme und untersützt damit den Hauptsänger Lutz. Bei einem Lied trat sie sogar solistisch als Sängerin in Erscheinung.
Gitarrist Andreas Mann und Schlagzeuger Manuel Kaatsch machten die Band komplett. Beide fügten sich sehr harmonisch in das Klanggefüge ein. Andreas spielte wirklich einige sehr schöne Solos. Shawue kam natürlich nicht ohne Zugaben von der Bühne. Die Band hat sich diese Würdigung durch das Publikum auch redlich verdient.
Nach dem Schlußapplaus standen die Musiker auch noch für Autogramme und Gepsräche zur Verfügung. Auch hier machten die Musiker einen sympathischen Eindruck auf mich. Shawue kann ich also wämstens empfehlen. Eins ist schon jetzt sicher, diese Band werde ich bald wieder bei einem Konzert besuchen.

Bericht: Gundolf Zimmermann

www.deutsche Mugge .de

Konzertbericht

Shawue & Uli Jon Roth

Konzert vom 30.07.2011 im Kesselhaus-Lager in Singwitz

Regen, nichts als Regen. Das Wochenende versank mal wieder in den Tränen des Himmels. Trotzdem sah ich die Sache ab dem frühen Abend ausgesprochen locker. Das hatte etwas mit dem runden Leder und einem nach 0:3 Rückstand noch gedrehten Fußballspiel zu tun. Der dynamische David von der Elbe besiegte nämlich den niederrheinischen nullvierer Tabletten-Goliath mit 4:3 in der Verlängerung. Herz, was willst Du mehr? Na ja, etwas Livemusik zur Feier des Tages wäre vielleicht nicht schlecht. So könnte ich diesen Bericht einleiten, aber das ist natürlich Quatsch, denn der Konzertbesuch war so oder so geplant. Es war mir jedoch ein innerer Vorbeimarsch den glorreichen Sieg der SG DYNAMO Dresden über Bayer Leverkusen hier ganz unauffällig eingearbeitet zu haben ;-)
Wie weit es bis ans Ende des Universums ist, weiß ich nicht genau. Aber soviel ist sicher, das Kesselhaus Singwitz liegt viel näher und den Weg dahin kenne ich auch genau. Nach 10 Minuten Fahrt sind wir schon dort und parken an derselben Stelle wie immer. Singwitz ist halt ein Heimspiel für uns. So ein Konzertabend muss nicht schweineteuer sein und neben dem abwechslungsreichen Konzertangebot besticht das Kesselhaus eben auch durch humane Preise, engagierte und freundliche Mitarbeiter sowie eine vielfältige Auswahl an Getränken. Kurz gesagt das Kesselhaus ist ein Ort zum Wohlfühlen. Hier haben sie alle schon gespielt von ACOUSTICA bis ZÖLLNER, von THE BREW bis TEN YEARS AFTER. Viele Künstler kommen mehr oder weniger regelmäßig immer wieder zu Konzerten hier vorbei und ich glaube, die meisten Musiker tun das sogar gerne. In Singwitz geht es irgendwie familiär zu, und es gibt einen nicht unerheblichen Teil Stammpublikum.

An diesem 30 Juli des Jahr 2011 machte die Band SHAWUE nach 2 Jahren mal wieder ihre Aufwartung im Kesselhaus und das sogar mit einem Weltstar. Der Name Ulrich Roth wird vielen musikinteressierten Menschen sicher wenig bis gar nichts sagen, aber unter seinem Künstlernamen Uli Jon Roth kennt man ihn weltweit. Er war von 1973 bis 1978 Leadgitarrist der SCORPIONS. Insgesamt fünf Langrillen entstanden in dieser Zeit. Höhepunkt und Abschluss seines Wirkens bei Klaus Meine, Rudolf Schenker und Co. war das Doppel-Livealbum "Tokyo Tapes", welches heute als Klassiker der Rockgeschichte zählt. Nach seinem Ausstieg widmete sich Uli anderen Projekten wie der Band ELECTRIC SUN (6 Jahre, 3 Alben) und seiner anschließenden Solokarriere. In den achtziger Jahren entwickelte er auch die Skygitarre, die es ihm ermöglichte einen erheblich größeren Umfang an Tönen zu spielen. Solche Geräte gibt es mit 6 oder auch 7 Saiten, den technischen Kram zu diesen Gitarren erspare ich uns. Jedenfalls spielt der Uli mit einer seiner Skygitarren seit dem Jahr 2007 gerne mal bei SHAWUE mit. Das sagt meiner Meinung nach eine Menge darüber aus, was er von der Band und ihrer Musik hält. An diesem Abend in Singwitz hatte ich zum dritten Mal das Vergnügen Herrn Roth mit SHAWUE zu erleben. Mit einem donnernden musikalischen "Macht die Leinen los" gaben Heike, Charlott, Andreas, Manuel, Uli und Lutz den Singwitzern für die nächsten Stunden die Richtung vor. Obwohl das Lied ja von der ewigen Suche nach dem Paradies handelt, formten sich dazu ganz andere Bilder in meinem Kopf. Ich sah vor meinem geistigen Auge Frontmann Lutz Neumann wenige Minuten vor der Show gefesselt im Backstage-Bereich und hörte ihn dieses "Macht die Leinen los" brüllen, denn der Mann wollte endlich raus ans Mikrofon. Wer SHAWUE jemals live gesehen hat weiß ja, dass Lutz bei den Konzerten wie von einer Last befreit und von Ketten entfesselt über die Bühne fegt. "Macht die Leinen los. Wir legen ab in Richtung Horizont. Vor uns liegt die neue Welt" könnte man aber auch sehr gut als Aufforderung an das Publikum verstehen, sich vom Alltag zu befreien, gemeinsam mit SHAWUE neue musikalische Horizonte zu entdecken und das kleine Paradies eines Konzertes zu erleben. Oh weh, was habe ich denn da geschrieben? Manchmal kommen mir wirklich seltsame Gedanken ;-) Vielleicht liegt das ja auch daran, dass ich die Musik von SHAWUE besonders bei den Livekonzerten zu sehr großen Teilen als gute Laune-Musik empfinde. Ich kann dabei wirklich wunderbar abschalten und einen Abend lang Spaß haben.  Das ist eigentlich gar nicht so selbstverständlich, denn die Texte der Lieder sind oft harter Arbeitsstoff für's Gehirn und eigentlich gar nicht immer auf Partystimmung ausgerichtet. Sie behandeln Themen bzw. Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind und die wohl auch einen selbst betreffen können. Die Lieder erzählen von Menschen sowie ihren Problemen mit sich selbst, mit den Leuten im Umfeld und mit der großen Welt drumherum. Liebe, Träume, Wünsche, Beziehungsstress, Schicksale, Krieg - und viele andere Themen werden darin verarbeitet. Die ganze Palette an Gefühlen von Freude, Optimismus, Lebensmut, über Wut, Ratlosigkeit, Mitleid bis hin zu Trauer spiegeln sich in den Texten wider. Nicht umsonst nennt die Band ihren Stil auch "Message Folk". Obwohl der Begriff Folk hierbei alles oder nichts bedeuten kann. Was SHAWUE macht, geht schon in die Folkrichtung, aber da ist noch jede Menge harter Rock, Punk, etwas Grunge, Blues und Country dabei. Weiß der Geier, wie man das feine Musik-Sammelsurium von SHAWUE besser kurz und treffender bezeichnen könnte. Also belassen wir es bei "Message Folk".
Die Musik von SHAWUE ist live höchst explosiv und auch im Kesselhaus genügten die Funken Leidenschaft und Spielfreude, um das Folkrock-Feuerwerk zu starten. Es dauerte nur Sekundenbruchteile bis sich auf der Bühne eine ungeahnte Energie entlud. Die aus Charlott am Bass und Manuel am Schlagzeug bestehende Rhythmusgruppe sorgte für ein temperamentvolles, lebendiges Fundament an dem sich die anderen Bandmitglieder sorglos entlanghangeln konnten. Andreas Mann und Uli Jon Roth gaben mit ihren Gitarren dem (Rock-)Soundgerüst Kraft und Fülle. Doch die entscheidende Folkwürze erhielt das Ganze durch Heike und Lutz Neumann in Form von Geigen- und Mandolinenklängen. Die der Musik von SHAWUE innewohnende Energie übertrug sich besonders auf Lutz und Charlott. Tochter und Vater rockten wie die Hölle um die Wette. Mir als Betrachter fiel dazu Folgendes ein: "Medizin nach Noten" war vorgestern, "Aerobic" gestern - heute gibt es "SHAWUE live". Aber gerade dieses quicklebendige, wilde Rocken als Ausdruck ungezügelter Spiel- und Lebensfreude sehe ich unheimlich gerne, und es steht der Band außerdem ausgezeichnet zu Gesicht.

Bericht:
Gundolf Zimmermann
Foto:
Gundolf Zimmermann

 

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